Der Mythos der Überversicherung

Im Ausland gelten insbesondere die Deutschen als überversichert. Damit ist gemeint, dass zu viele und unnötige Versicherungen abgeschlossen werden. Dies mag zwar in einigen Fällen zutreffen, jedoch ist es falsch, von Überversicherung zu reden. Vielmehr sind die zahlreichen Versicherungen eine Möglichkeit, potentielle Schäden abzumildern oder komplett zu ersetzen, sollte es zu einem Schadensfall kommen.

Ob man viele Versicherungen hat oder nicht, hängt auch von der persönlichen Risikobereitschaft ab. Einige Versicherungen sind absolut notwendig, wie eine Krankenversicherung oder eine Hausratsversicherung. Andere Versicherungen sind eher „nice to have“ und nicht zwingend notwendig.

Ein Beispiel einer solchen Versicherung ist zum Beispiel eine Fahrradversicherung, die im Fall eines Diebstahls das entwendete Rad ersetzt. Zwar ist solch ein Diebstahl ärgerlich und teuer, jedoch werden nur die wenigsten dadurch in eine finanzielle Krise geraten, wie dies beispielsweise beim Verlust des Hauses oder Autos ist. Daher ist eine solche Versicherung nicht zwingend notwendig, kann jedoch bei einigen für Entspannung sorgen, wenn sie wissen, dass sie im Zweifel abgesichert sind.

Die vergessene psychologische Komponente

Nicht jede abgeschossene Versicherung ist wirtschaftlich rational, jedoch sollte bei Versicherungen nicht nur darauf geachtet werden, dass man sein Geld wieder reinholt, sondern auch, dass man sich rundum abgesichert fühlt. Das Gefühl zu haben, im Fall des Falles eine kompetente Versicherung an der Seite zu haben, ist vielen Leuten viel Geld wert. Daher werden Versicherungen auch oft abgeschlossen, nur um wissen, dass man gut aufgehoben ist. Solche eher risikoaversen Menschen neigen tatsächlich dazu, überversichert zu sein, jedoch haben sie gute Gründe dazu.

Generell kann man daher nicht sagen, dass Deutsche überversichert sind, aber es mag mehr Menschen geben, die lieber auf der sicheren Seite sind. Ob man sich daher für mehr oder weniger Versicherungen entscheidet, muss jeder selbst entscheiden. Argumente für mehr oder weniger Versicherungen gibt es auf beiden Seiten. Letztendlich entscheidet darüber die persönliche Risikopräferenz.

 
 

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